Rennbericht – Mirabelle Classic UCI 1.2

Ende September neigt sich die Straßensaison langsam dem Ende zu, aber mit meinem Bundesligateam Baden-Forchheim durfte ich am 26.09. einen tollen Saisonabschluss bei meinem ersten UCI 1.2-Rennen Mirabelle Classic erleben. Über 108 km und 1230 km ging es vom französischen Jarny nach Bouxières-aux-Chênes.
Nach einem eher mittelmäßigen Frühstück mit labberigen Weißtoast ging es zum Startbereich, wo wir uns ein letztes Mal für diese Saison warmgefahren haben. In der Startaufstellung war es sehr respekteinflößend, neben Fahrerinnen von ProTeams wie Cofidis oder dem VolkerWessels Team zu stehen – schließlich will man ja nicht diejenige sein, die eine Profifahrerin umfährt. Nach dem Start ging es zunächst 5km neutralisiert los, aber diese 5km waren vermutlich die stressigsten im gesamten Rennen, da sich jede Fahrerin eine gute Ausgangsposition für den scharfen Start sichern wollte. Nicht lange nach dem scharfen Start kam die erste Bergwertung des Tages und das Tempo wurde angezogen, aber auf den flachen Passagen zwischen den Bergen liefen viele kleine Gruppen wieder zusammen. Vorne kamen 19 Fahrerinnen weg, während ich in einer etwa 50-köpfigen Gruppe dahinter war. In meiner Gruppe wurde etwas Tempo rausgenommen, und so ging es mehr oder weniger entspannt über kleine Straßen mit einigen Schlaglöchern weiter. Im Feld auf Position fahren ist noch nicht unbedingt meine Stärke, und unterbewusst habe ich vor allem Fahrerinnen aus den Profiteams immer wieder Platz gemacht – ich müsste wohl noch ein paar mehr solcher Rennen fahren, bis ich da etwas Respekt verlieren würde.
Nach spätestens zwei Rennstunden hat sich die Hitze deutlich bemerkbar gemacht, die ich nach den letzten eher kühlen Wochen in Heidelberg nicht mehr gewöhnt war. In der Verpflegungszone hatte ich außerdem nur eine neue Flasche bekommen statt den geplanten zwei, sodass ich zusätzlich sehr ausgetrocknet war. Dementsprechend froh war ich, als wir bei Kilometer 100 durchgefahren sind und das Rennen auf die letzten Kilometer ging. Allerdings wusste ich, dass diese Kilometer noch einmal richtig wehtun würden, da nach 105km eine letzte Bergwertung wartete und es auch zum Ziel noch einmal steil nach oben ging. In beiden Anstiegen habe ich also alles rausgeholt, was meine Beine noch zu bieten hatten, auch wenn ich gefühlt nicht von der Stelle gekommen bin. Zum Glück ging es den anderen Fahrerinnen anscheinend ähnlich und ich konnte im letzten Anstieg noch ein paar Positionen gut machen. Letztendlich bin ich als 57. von 91 Fahrerinnen über die Ziellinie gefahren, womit ich in diesem starken Feld sehr zufrieden war.
Alles in allem war es eine tolle Erfahrung, mal mit Profis Rennen zu fahren! Jetzt ist erstmal Zeit für die Offseason, bevor es im November mit der Vorbereitung für die nächste Saison losgeht.
Ein Rennbericht von Samira Hiller
