Gran Canaria 2017

Im Flugzeug zurück ins graue Deutschland, und dieses ereignisreiche Jahr neigt sich dem Ende zu. Gran Canaria war für mich sowohl Beginn als auch Abschluss der Radsaison, und mittlerweile kenne ich mich zumindest im südlichen Teil ganz gut aus.

Die Aussage, Gran Canaria sei etwas für Fortgeschrittene möchte ich etwas relativieren. Es ist in der Tat alles andere als flach. Und auch, wenn man berghoch fährt, geht es immer wieder auch kurz bergab, sodass man deutlich mehr Höhenmeter sammelt, als man beim Anblick des absoluten Höhenunterschieds zunächst annehmen würde (und diese Mini-„Wellen“ im Profil sieht man nicht unbedingt, da die Skalierung ja dennoch bis 2000 m geht). Gleiches gilt für Abfahrten. Nichts mit gemütlich runter und zurück rollen, da kann sich immer noch die ein oder andere Rampe verstecken. Alle Anfängerfehler, die nur möglich sind, habe ich dann bei der zweiten Reise gemacht und mich am ersten Tag ziemlich kaputt gefahren. Man sollte sich Zeit geben, sich zu ak(k)(a)limatisieren. Durch den Saharawind Calima kann es auch im November mit 32 Grad noch recht warm sein.

Allerdings kam mir die Insel im Frühjahr gar nicht so krass vor. Vermutlich lag es daran, dass wir jeden Tag eher 80-100 und nicht 100+ km gefahren sind. Nachmittags am Strand erholt, waren die Beine am nächsten Morgen wieder fit. Unser Trainingszustand war vorher mäßig und meine Freundin ist in der Woche vermutlich so viel Rennrad gefahren wie in ihrem ganzen Leben zuvor noch nicht.

Langer Rede kurzer Sinn: Ja, gewisser Spaß am Berge fahren sollte vorhanden sein, aber es ist nicht so, dass die Insel nur aus Anstiegen mit 10%+ besteht.

Ausgangspunkt und Unterkunft
Ich habe bei beiden Reisen in Maspalomas im Süden der Insel gewohnt. Das ist wirklich kein schöner Ort, aber gut mit dem Bus vom Flughafen aus zu erreichen; und große Supermärkte, Radvermietungen, Restaurants etc. gibt es en masse. Ich bin ein großer Fan von Airbnb, also haben wir uns einen Bungalow in einer Anlage beim Golfplatz (und entsprechend in direkter Nähe zum Strand) gebucht. Beim zweiten Mal hatte ich ein Zimmer im Stadtteil San Fernando mit einer sehr freundlichen Gastgeberin und ebenfalls Rennrad fahrenden Mit-Gästen. Es gibt sicherlich schönere Orte als Maspalomas, das bedürfte dann aber etwas mehr Orga bezüglich (Leih)Rad, Einkaufen, evtl. Mietwagen etc.

Rennrad
Ich habe beide Male bei Cyclo Canaria reserviert und war sehr zufrieden. Die Radmiete ist vermutlich etwas teurer als bei Freemotion. Dafür war der Kontakt sehr kompetent und es gab ein gutes Rad in meiner Größe, das ich am Anfang der Saison einfahren durfte.

Verpflegung
Da ich nicht im Hotel war, habe ich mich jeweils selbst verpflegt. Selbst kleine Supermärkte in den Stadtteilen (etwas abseits von den Touri-Straßen) sind sehr günstig und auch Restaurants sind in der Regel gut und günstig. Fast wichtiger ist die Verpflegung unterwegs, denn bei 30 Grad sollte einem das Wasser nicht ausgehen. Eigentlich in jedem Örtchen gibt es Minimercados oder Bars, wo man sehr günstig Wasser, Cola, rettende Snickers etc. bekommt. Und selbst am Touri-Punkt en soi, oben am Pico, ist die Cola günstiger als in Deutschland oder Frankreich. Naja, und wenn gar nichts mehr geht, helfen einem auch die Einheimischen mit Wasser aus.

Sprache und Leute
Die Insel ist (zum Glück!) nicht so überflutet von Deutschen wie bspw. Mallorca. Viele Einheimische sprechen nur sehr wenig Englisch und Deutsch sowieso nicht. Aber mit etwas Spanisch, Französisch, Händen und Füßen kommt man eigentlich immer durch.

Strand und Meer
Bräunen, Baden, Lesen am Strand waren wichtige Bestandteile des Frühjahrs-Urlaubs. Daher haben wir auch direkt hinter den Dünen gewohnt. Im zweiten Urlaub bin ich nur einmal mit dem Bus zum Faro (Leuchtturm, Touris ohne Ende) gefahren. Man sollte sich entweder einen windgeschützten Platz in den Dünen suchen oder kein Problem mit Sandsturm haben. Dafür ist Baden im Atlantik natürlich toll!

Klima
Die Kanaren haben den Vorteil, dass es dort im Vergleich zu Mallorca auch in den Herbst- und Wintermonaten noch recht warm ist und es selten regnet. An der Küste ist es meines Wissens nach tagsüber selten unter 20 Grad. Dazu gesellt sich der oben bereits erwähnte Saharawind Calima, der Staub und Hitze auf die Inseln bringt und einen ordentlich schwitzen lassen kann. Je nach Bewölkung kann es in den Bergen natürlich auch mal frischer werden. Ich habe im November keine zusätzliche Kleidung zu kurz/kurz gebraucht, im Frühjahr war die Windweste/-jacke Pflicht.

Verkehr und Straßen
Die Verkehrssituation ist im Großen und Ganzen okay. Im Landesinneren trifft man vor allem auf Touris, die ihre Mietwagen den Berg hochquälen und keine Lust auf Stress mit verunfallten Radfahrern haben. Nerven können sie natürlich trotzdem. Manche Straßen sind ziemlich klein, da muss man auf den Abfahrten den richtigen Mittelweg aus Abstand zum Abhang und Kurvenschneiden finden. Auf der anderen Seite hatte ich nicht immer das beste Gefühl, wenn ich von Agüimes auf der GC-500 nach Hause gefahren bin – da gilt es dann, sowohl vor dem Wind als auch den Autos davonzufliegen. Was die Qualität des Belags angeht, ist meine Erfahrung gemischt. Es gibt durchaus perfekt geteerte Straßen und zumindest an der ein oder anderen seit Frühjahr bestehenden Baustelle wurde auch tatsächlich gearbeitet. Da sind aber auch einige Holperpisten – und da spreche ich nicht nur von kleinen Sträßchen im Hinterland, sondern auch „großen“ Straßen (z. B. mit roten Schildern markiert (Autobahn blau, à la Bundesstraße grün, à la Landstraße rot, noch kleiner gelb)). Kurz: Ich war froh, dass es nicht mein Rad war, das ich da runtergequält habe.

Küstenstraße GC-500
Leider ist die Küstenstraße auf den letzten Kilometern zwischen Taurito und Puerto de Mogán seit einem Felsabgang Mitte Juli bis auf Weiteres gesperrt. Eigentlich sollte sie nach 2,5 Monaten wieder freigegeben werden. Nach aktuellem Stand wird dies der Fall sein, „sobald die Arbeiten abgeschlossen sind“ (Im Subjonctivo verfasst, hat diese Angabe aber eher einen Touch von Konjunktiv II). (Es gibt schon vorher, zwischen Arguineguin und Patalavaca eine erste Sperrung, diese ist für Radfahrer aber sogar offiziell freigegeben und gut fahrbar.)

Alternativ ergeben sich folgende Möglichkeiten:

  • Sperre ignorieren und klettern. In Anbetracht der Tatsache, dass immer wieder Felsen runtergekommen sind und Leute darunter begraben wurden, kam das für mich nicht in Betracht.
  • Ausweichen über die Autobahn. Halte ich, vor allem alleine, auch eher für lebensmüde.
  • Fähre. Dauert seine Zeit und kostet Geld, ist aber vermutlich die sicherste Möglichkeit, die Strecke zu überbrücken. Von Puerto Rico aus fahren ca. halbstündlich kleine Touri-Fähren innerhalb von 30-45 Minuten nach Puerto de Mogán. Kostet 6,50 Euro, die Radmitnahme ist kostenlos und unkompliziert möglich.

Mir hat die Fahrt an der Küste im Frühjahr sehr viel Spaß gemacht, weshalb ich im November entsprechend enttäuscht war, als ich von der Sperrung gehört habe. Im ständigen Auf und Ab schlängelt sich die Straße an der Küste entlang, manchmal auch etwas weiter ins Landesinnere, durch kleine Tunnel, an den Felsen und immer wieder durch Touri-Orte mit schrecklichen Hotelkomplexen.
Ich empfehle also bei weiter bestehender Sperrung die Überfahrt mit der Fähre. Auf den sich anschließenden Anstieg ins Landesinnere über Mogán (GC-200 und evtl. Abbiegen auf die GC-605) sollte man nicht verzichten. Sanfte Steigung (Richtung Pico/ Tal der Tränen kommt noch genug!) und traumhafte Landschaft! Mehr dazu in den Tourenbeschreibungen.

Küstenstraße GC-200
Vom Sachverhalt wohl der Vorgänger der GC-500 ist die Sperrung der GC-200, die schon seit über einem Jahr besteht und vermutlich auch nicht mehr aufgehoben wird. Dafür ist die Autobahn GC-2 mittlerweile fertiggestellt und für Radfahrer freigegeben, inkl. beleuchtetem Tunnel. An eine schöne Küstenstraße kommt sie natürlich nicht heran, aber wer von San Nicolas nach Agaete fahren möchte, hat keine Wahl.

Strecken
Ich werde nun die Strecken des zweiten Urlaubs beschreiben, da die Abschnitte mit denen aus dem Frühjahr übereinstimmen (so viel Auswahl gibt es nicht^^).

Tag 1: Tal der Tränen (und der Verzweiflung), 150 km | 3.600 hm
Von der bereits erwähnten Sperrung der GC-500 habe ich leider auch erst erfahren, als ich morgens mein Rad abgeholt habe. Das Heckmeck mit der Fähre wollte ich mir nicht antun und die Alternativen 1) und 2) kamen für mich auch nicht in Frage. Sturkopf, der ich bin, wollte ich aber dennoch an meiner geplanten Tour festhalten. Also bin ich schon in Arguineguin auf die GC-505 Richtung Soria abgebogen. Die ersten 10 km schlängelt sich die Straße mit gemächlichen 1-3% (und Gegenwind) durch die Prärie. Da meine Beine so ausgeruht waren wie vermutlich seit März nicht mehr, dauerte es nicht lange, bis ich die ersten Radfahrer ein- und überholte. Diese haben sich von mir ziehen lassen, um dann am Fuß des steileren Anstiegs an mir vorbeizufliegen – wo ich schon viel zu viele Körner gelassen hatte. Also kurbelte ich in meinem Tempo den Berg hoch und genoss die Aussicht. Kalima ließ grüßen und so war es doch recht dunstig und auch um 10 Uhr morgens schon an die 30 Grad warm.

Im folgenden Ort, el Barranquillo de Andres, geht eine kleine Straße nach links ab Richtung GC-605. Eine Rampe mit 15%+ jagt die nächste, dazu Schlaglöcher ohne Ende. Dafür wird man oben mit einer guten Aussicht belohnt.

Die Straße trifft auf die GC-605, auf die ich nach links abbog. Es folgt eine Abfahrt auf gutem Belag mit zahlreichen Serpentinen und Spitzkehren. Landschaftlich ein Traum, auch wenn es seit den Bränden im Sommer deutlich kahler geworden ist. Unten trifft man auf die GC-200, über die man auch von Mogán aus kommt und die nach rechts Richtung La Aldea de San Nicolas und Tal der Tränen führt. Hier habe ich meine Flüssigkeitsspeicher ein erstes Mal aufgefüllt – vermutlich schon zu spät.
Ich gebe zu, dass ich meine Erinnerungen an den folgenden Teil der Strecke bis Artenara nicht mehr in eine genaue zeitliche Reihenfolge bekomme.
Jedenfalls war es sehr warm, landschaftlich traumhaft und ständig ging es hoch und manchmal auch wieder runter (was einen nicht unbedingt freut, wenn man die Ankunftshöhe im Kopf hat und man dieser einfach nicht näher kommt).
Ein Beispiel für offensichtlich erfolgreiche Bauarbeiten der Spanier scheint die Abfahrt nach San Nicolas zu sein: Auf perfektem Belag ging es recht steil bergab und mit der Motivation steil bergauf.
Nach kurzer Suche nach dem richtigen Weg in der Einsamkeit angekommen, stellte ich spätestens hier fest, dass die Tour doch schon ganz ordentlich an meinen Reserven gezehrt hatte.

Es folgten gefühlt ewig lange Stunden durch die Hitze; der Weg schien immer weiter und steiler und ich immer langsamer zu werden. Die Reaktion dreier Einheimischer in der Pampa, als ich sie um Wasser bat und ihnen von meiner Tour erzählte, brachte mir die Bestätigung, wie bescheuert mein Vorhaben sein musste. Die Abschätzung der verbleibenden Fahrzeit brachte auch keine Erleichterung, denn es würde ein Wettlauf mit der Zeit werden, noch vor Einbruch der Dunkelheit anzukommen. So langsam fing ich an, zu überlegen, welche der Touris mich wohl mitnehmen würden, vorzugsweise inkl. Rad, ob Zittern und Krämpfe für einen Notruf reichen…. Irgendwann kam dann tatsächlich der Nadelwald, Autofahrer winkten mir lobend zu, irgendwann eine Tankstelle. Die Blicke der Leute, gemütlich beim Feierabendbier, als ich Snickers, Mars, Cola, hektisch in mich reinschob… Erleichterung kam mit den folgenden Ortsdurchfahrten, dem Abbiegen auf die GC-60, die mich nach Hause bringen würde.

Drei kleine Gegenanstiege warten auf der Abfahr. Ich kannte sie schon, daher konnte es keine bösen Überraschungen mehr geben. Und irgendwann war es dann tatsächlich (fast) geschafft und ich hatte die letzten Serpentinen zum Aussichtspunkt der Degollada de las Yeguas erklommen. Die letzten Kilometer runter nach Maspalomas waren sehr befreiend, schließlich hatte ich es doch noch relativ unbeschadet geschafft.

Moral von der Geschichte: Die Prinzipien und Erfahrungen, aus denen man in Hunderten von Trainingsstunden gelernt hat, sollte man nicht innerhalb weniger Stunden in fremder Umgebung über den Haufen werfen!

Tag 2: Pico de las Nieves, 130 km | 2.700 hm
Am Abend des ersten Tages war ich mir nicht so sicher, ob ich in diesem Urlaub jemals noch mal aufs Rad steigen würde oder ob ich diesen Sport nicht doch lieber ganz sein lassen wollte. Ich habe dann doch den Weg der Konfrontation gewählt und bin bis zur GC-605 die gleiche Strecke wie am Vortag gefahren. Diesmal ließ ich mich relativ entspannt das Tal hochziehen und habe in el Barranquillo schon das erste Mal Wasser und Cola gekauft.

Nach der Verbindungspiste zur GC-605 folgte ich der Straße dann allerdings nach rechts weiter berghoch. Nach kurzer Zeit kommt man ans Cruze de San Antonio, wo aufdringliche Verkäufer den Touris recht teure Getränke anbieten. Anschließend darf man sich in welligem Terrain austoben.

Leider wird hier für die folgenden fünf bis zehn Kilometer der Straßenbelag deutlich schlechter bis miserabel (bei dem sanften Anstieg okay, runter muss nicht). Kurz vor  Ayacata trifft die Straße auf die GC-60, der man nach rechts folgt. Im Ort geht es nach links auf die GC-600 und damit noch mal in einen knackigen Anstieg. Nach ein paar Kilometern flacht dieser aber auch ab, man kommt wieder durch einen Nadelwald und schließlich trifft man auf die GC-130. Diese Straße geht es noch ein paar Kilometer auf und ab.

Schließlich geht recht eine kleine Straße zum Aussichtspunkt des Pico de las Nieves ab. Im Frühjahr waren wir da schon lange in den Wolken, daher haben wir uns den Schlenker gespart. Bei strahlendem Sonnenschein führte jetzt kein Weg daran vorbei. Die Aussicht ist schon toll und eine schöne Belohnung für die Auffahrt.

Auf der GC-130 geht es dann auch wieder bergab. Leider ist die Straße wirklich schlecht. Sehr rauher Belag und Quernähte schütteln einen ordentlich durch. Dafür kann man in Cazadores scharf rechts auf die GC-120 abbiegen. Ohne Übertreibung ist das bisher meine Lieblingsstraße auf der Insel. Auf perfektem Asphalt geht es auf einem kleinen Sträßchen dem Meer entgegen. Zwischendurch ein paar Kurven und Miniwellen, über die man drüberfliegt. Wenn die Straße gesperrt wäre…

Man kann dann einfach ganz runter bis zur Küste fahren und durch die Orte bis zur GC-500 und zurück nach Maspalomas. Oder man macht von Agüimes aus noch einen Schlenker durch das Landesinnere über die GC-551. Hier sei aber wieder einmal zu beachten, dass es noch ein paar Wellen zu überwinden gilt. Wer noch ein bisschen Kraft in den Beinen hat, hat hier auf jeden Fall viel Spaß, denn der Asphalt ist überwiegend gut und man ist meist alleine unterwegs. Irgendwann geht es dann nach links auf die GC-65 nach Vecindario. Hier hat es der Wind zum Teil echt in sich, und das leider eher von der Seite als von hinten. Durch den Ort geht es auf die GC-500 und dann heißt es „Flying Home“! (Aber auch kurz vor Maspalomas warten noch kurze Rampen…)

Tag 3: Aktive Erholung, Fährfahrt inklusive, 109 km | 2.000 hm
Am dritten Tag wollte ich endlich mal den Anstieg nach Mogán fahren, denn ich hatte ihn in wirklich schöner Erinnerung. Leider habe ich mich in Arguineguin schon von der ersten Straßensperre verunsichern lassen und habe bereits dort die Fähre genommen. Wie oben beschrieben reicht es, wenn man erst in Puerto Rico zusteigt. Es war dennoch ein schönes Schippern in der Sonne mit Blick auf die Touri-Hochburgen, auch wenn es mit der Wartezeit ca. 2 Stunden gedauert hat.

Von Puerto de Mogán führt die GC-200 mit sanfter Steigung ins Landesinnere. Die Gegend fand ich im Frühjahr besonders schön, war sie doch sehr grün. Jetzt ist es leider auch hier eher kahl wegen der Brände im Sommer.

Ich bog auf die GC-605 ab, die ich auch schon runter bzw. im weiteren Verlauf hochgefahren war.

Bis Ayacata folgte ich der Straße wie am Vortag und mischte die ein oder andere Herren-Gruppe auf, was ein Spaß! Ich bog auf die GC-60 ab bis kurz vor San Bartolomé de Tirajana. Wenn man es schafft, die Autos hinter sich zu halten, sind die Abfahrtsanteile ein Traum! Kurz vor San Bartolomé geht die GC-654 ab. Kannte ich vorher noch nicht – würde ich nicht unbedingt wieder tun. Landschaftlich sehr schön und einsam, allerdings würde ich den Begriff „Straße“ nicht durchgängig für dieses Bauwerk verwenden. Und wenn sich dann zu extrem steilen, steinigen Rampen, die man runter fährt, Abflussgitter mit Längsrillen gesellen, ist das eher weniger lustig.

Dafür trifft man nach einiger Zeit auf die GC-65, die einen nach links über Santa Lucía de Tirajana bis nach Vecindario führt. Den zweiten Teil kannte ich schon von dem Schlenker am Vortag. Im ersten Teil schlängelt sich die Straße am Felsen entlang, ein Riesenspaß! Aufpassen, denn die Straße ist zwar im Topzustand, aber sehr schmal und es gibt durchaus Gegenverkehr! Wenn man sich durch Vecindario gekämpft hat, geht es wieder mit Rückenwind an der Küste entlang nach Hause.

Tag 4: Exploring-Fail, 31 km | 550 hm & Abendsonne, 15 km | 400 hm
Auf neuen Wegen war ich am vierten Tag unterwegs: Die GC-504 führt mit sanfter Steigung im Norden von Maspalomas ins Hinterland. Nach 12 km kommt man nach Ayagaures. Das Örtchen scheint historisch ein bisschen was auf sich zu halten, ich habe bis auf ein bisschen Aussicht nicht so viel Spannendes gesehen. Erst fuhr ich statt nach links auf die GC-503 weiter geradeaus auf einem Weg/Mini-Sträßchen. Nach wenigen Kilometern ging das aber in Sand und Steine über.

Ursprünglich hatte ich auf einer im Zick-Zack am Hang verlaufenden „Straße“ die Überfahrt zur GC-60 (Richtung San Bartolomé) geplant. Die rosa Färbung auf der Strava-Heatmap scheint dieser Weg aber eher nicht von Rennradfahrern bekommen zu haben.

Da ich zu diesem Zeitpunkt aber eh schon entschieden hatte, den Rest des Tages am Strand zu verbringen, fuhr ich zurück zur Kreuzung mit der GC-503. Es ging noch ein paar Kilometer ganz gut bergauf bis zur „Passhöhe“ Pedro González.

Die folgende Abfahrt auf überwiegend guter Straße war ein schöner Abschluss der Mini-Tour und führte mich wieder heim nach Maspalomas.

Da mir der Trubel am Strand doch nicht so gut gefiel, fuhr ich am späten Nachmittag noch mal zum Mirador de la Degallada de las Yeguas. Dort die Abendsonne zu genießen, ist durchaus empfehlenswert.

Tag 5: Nur das Beste zum Schluss, 130 km | 2.700 hm
Für den letzten Tag habe ich mir eine Tour mit meinen Lieblingsstraßen zusammengestellt. Alle Straßen habe ich bereits beschrieben, daher werde ich das hier auch nicht weiter ausführen. An der Küste entlang fuhr ich bis Puerto Rico, von dort aus mit der Fähre nach Puerto de Mogán (Zeitverlust ca. 1 Stunde). Kurz gesagt bin ich dann auf direktem Weg zum Pico hochgefahren (GC-200, 605, 600, 130, s.o.). Wieder mal wurde ich mit einer grandiosen Aussicht belohnt.

Und auch zurück fuhr ich auf bekannten Wegen mit dem Schlenker über die GC-551.

3.000 Wörter später habe ich hoffentlich dem ein oder anderen einen genaueren Einblick geben können, was einen auf Gran Canaria erwartet und was man bei der Streckenwahl beachten sollte.

Alles in allem habe ich sehr gute Erinnerungen an die Insel und freue mich auf das nächste Trainingslager dort – das Rad ist schon reserviert!

November 2017, Lotte Märtner

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