Ötztaler Radmarathon 2016

Wie jedes Jahr habe ich mich im Februar für den Ötztaler Radmarathon angemeldet. Allerdings war meine Motivation eher gering. Es wäre meine dritte Teilnahme.
2015 bin ich 9:08h gefahren und war ziemlich am Limit, hatte aber ein nahezu perfektes Pacing und am Brenner eine gute Gruppe. Das Gewicht passte auch. Nur arg heiß war es. Kann man unter den Voraussetzungen die Zeit noch toppen?

Es kam, wie es kommen musste. Ich hatte „Glück“ und wurde gelost. Die Vorbereitung auf dem Rad lief wie die Jahre zuvor halbwegs reibungslos, nur mein Knie zwickte ab und an. Aber als der Doc beim Blick auf die MRT Bilder meinte „da ist nichts sie können beim Ötztaler voll reinhauen“, waren auch die Zweifel beseitigt. War da nur die Sache mit dem Gewicht, das irgendwie höher als im letzten Jahr war und ums abzukürzen, auch nicht weniger wurde.

Die Hinfahrt mit Ronald aus dem Verein, danke an der Stelle für die spontane und unkomplizierte MFG, verlief reibungslos. Das Ötztal erwartete uns dann auch mit Kaiserwetter, so dass wir am Samstag noch eine kurze Vorbelastung fuhren. Anschließend noch die üblichen Formalitäten erledigt, Startnummer holen, Klamotten hinrichten und früh ins Bett.
Das Rennen…

Um kurz nach 6 standen wir in der Startaufstellung. Es war für dies Uhrzeit sehr warm, so dass ich gleich kurz/ kurz gestartet bin. Eine Zeitung ersetze die Windweste unter dem Trikot. 6:45 erfolgte der Startschuss. Bis Ötz verlief die (Ab)fahrt recht unproblematisch. Entschuldigung an den Herrn den ich beim Vorbeifahren gestreift habe aber du wolltest mir einfach keinen Platz lassen.

Überziehst du am Kühtai…

Beim Einstieg ins Kühtai entledigte ich mich meiner Zeitung und versuchte mein Pacing durchzuziehen. Die Auffahrt verlief recht unspektakulär, wobei ich schon noch merkte dass meine li/re Balance nicht 100% ok war (das Knie). Schließlich kam ich nach 2h am Kühtai an.
Jetzt hieß es eine gute Gruppe zu finden und sich zum Brenner zu lutschen. Dieses Vorhaben ging perfekt auf, allerdings merkte ich das meine Beine (speziell die Waden) zu dem Zeitpunkt schon ganz schön benutzt waren. Bestimmt habe ich die Schuhe zu eng zugemacht, war mein Gedanke. Die Episode bis zum Brenner war nach 4h dann auch durchgestanden. Flaschen an der Labe gefüllt und weiter.

Leidest du am Jaufen…

So richtig Rund wollte es am Jaufen nach einer Weile nicht mehr laufen. Allenthalben leichte Krampfneigung. Also rausnehmen und Gels reinstopfen. Zu dem Zeitpunkt wurde es dann auch schon ganz schön heiß. Das waren auch schon alle Erinnerungen an den Jaufen. Jetzt hieß es in der Abfahrt sich für den letzten Brocken, das Timmelsjoch, zu erholen.

Stirbst du am Timmelsjoch.

Allein die Anfahrt zum Timmelsjoch war gefühlt ein eigener Pass. Ich kroch in sengender Hitze dahin. Kurze Abkühlungen gabs von ein paar Anwohnern in Form von Gartenschlauchduschen. Mein Körper meldete mir schon deutlich zurück, dass er eigentlich nicht mehr mag. So legte ich ein paar zusätzliche Trinkstopps ein. An eine gute Platzierung dachte ich zu dem Zeitpunkt nicht mehr. Ich wechselte ständig zwischen Wiegetritt und Sitzen um die Krämpfe in Schach zu halten. Ich wusste, noch 2 Kehren dann bin ich oben und es würde flacher weitergehen. Aber plötzlich hatte ich solche Krämpfe, dass ich auf der Stelle vom Rad absteigen musste um diese zu lösen. An ein Weiterfahren war nicht mehr zu denken. Schiebend bewältigte ich die letzten paar 100 m zum Tunnel wo es flacher wurde. Dafür schäme ich mich wirklich, das ist mir noch nie passiert. Dort schob mich ein Passant an und ich fuhr, möglichst ohne die strapazierten Muskeln zu belasten, über das Timmelsjoch.
In der Abfahrt kamen dann noch Krämpfe in den Händen und im Rücken hinzu. Auch eine neue Erfahrung, auf die ich aber gerne verzichtet hätte. Letztlich rollte ich nach 9:32h in Ziel. Dort stand ich dann erstmal eine halbe Stunde zuckend, von Krämpfen geplagt.

Ob ich nächstes Jahr wieder starte? Für die Entscheidung ist es zu früh. Die Erinnerungen sind noch zu frisch 🙂

Robert

 

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